Am
08. Juli 1838 wurde Ferdinand Graf von Zeppelin in Konstanz am Bodensee
geboren. Seine Jugend verbrachte er in Konstanz am Bodensee und im
nahen
Landgut Girsberg in der Schweiz. Im Jahr 1863 machte der Graf bei
St. Paul in
Kanada seinen ersten Aufstieg mit einem Fesselballon - hier dürfte
er wohl das
erste Mal die Faszination des Fahrens in der Luft verspürt haben.
Als er 1890 als Generalleutnant des Königs von Württemberg
aus dem Militärdienst ausscheidet widmet er sich von nun an der
Technik eines lenkbaren Luftschiffs
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Im
Jahr 1895 erhält Graf Zeppelin das Patent für einen "lenkbaren
Luftfahrzug mit mehreren hintereinander angeordneten Tragkörpern"
erteilt. Das grundlegende
Merkmal des Patents ist das "Starre Gerippe", welches im
LZ 1 und den darauffolgenden Luftschiffen Bestandteil war und auch
im heutigen Zeppelin NT
noch ist.
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1898
gründete Graf Zeppelin die Gesellschaft zur Förderung der
Luftschiffahrt, für die er mehr als die Hälfte des Aktienkapitals
von 800.000 Mark selbst aufbrachte. Die technische Umsetzung delegierte
er zunächst an den Ingenieur Theodor Kober und später
an Ludwig Dürr.
Der Bau des ersten Starrluftschiffs
begann im Jahre 1899 in einer schwimmenden Montagehalle auf
dem Bodensee in der Bucht von Manzell bei Friedrichshafen.
Die Halle konnte für den schwierigen Startvorgang in den Wind
gedreht werden. Der Prototyp - LZ 1 (LZ für "Luftschiff
Zeppelin") war 128 m lang, wurde von zwei Daimler-Motoren von
je 14,2 PS angetrieben. Das
Luftschiff wurde durch ein zwischen der vorderen und hinteren Gondel
verschiebbares Gewicht ausbalanciert.
Am Abend des 02. Juli 1900 stieg dann LZ 1 in der Bucht
von Manzell zum ersten Flug auf, welcher nur 18 Minuten dauerte.
Die Winde des Ausgleichsgewichtes war gebrochen und zwang somit das
Luftschiff zur Notlandung. Nach Reparaturen am Luftschiff bewies die
Technik zwar bei zwei weiteren Aufstiegen einiges Potential, konnte
aber mögliche Investoren leider noch nicht überzeugen. Da
die finanziellen Mittel erschöpft waren, musste Graf von Zeppelin
den Prototypen wieder zerlegen und die Gesellschaft auflösen.
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LZ
1 beim Aufstieg in der Bucht von
Manzell bei Friedrichshafen am
Bodensee
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Fortan folgten weitere
Luftschiffe wie die LZ 2, welches am 17.01.1906 zum ersten
und einzigen Mal aufstieg. Beim ersten
Flug fielen die Motoren aus, so daß LZ 2 im Allgäu notlanden
mußte, wo es dann bei einem aufkommenden Sturm irreparabel
beschädigt wurde. Das Nachfolge Luftschiff LZ 3, in
dem alle noch brauchbaren Teile von LZ 2 verbaut wurden, war das
erste wirklich erfolgreiche Zeppelin-Luftschiff und legte bis 1908
in 45 Fahrten insgesamt 4.398 km zurück. Diese beiden Luftschiffe
wurden durch Spenden der Bevölkerung möglich sowie durch
Einnahmen einer speziellen Lotterie. Weitere 100.000 Mark
aus dem Privatvermögen des Grafen kamen ebenfalls hinzu und
letztendlich steuerte Reichskanzler von Bülow doch noch
50.000 Mark aus einem Dispositionsfonds bei.
LZ 3 wurde später dann vom Heer gekauft und in ZI
umbenannt. Eine besondere Bedeutung hatte letztendlich LZ 4,
welches
am 20. 06.1908 seine Erstfahrt hatte. Die Armee wollte auch LZ 4
übernehmen, verlangte aber zunächst eine Demonstration,
dass der Zeppelin für eine 24-Stunden-Fahrt geeignet sei. Während
dieser Fahrt musste das Schiff wegen eines Motorschadens
in Echterdingen bei Stuttgart zwischenlanden. Hier riss ein
aufkommender Sturm das Schiff am 5. August 1908 aus seiner Verankerung.
Es strandete in einem Obstbaum, fing Feuer, und war nach kürzester
Zeit komplett zerstört. Zum Glück wurde
dabei niemand ernsthaft verletzt.
Dieses Unglück von Echterdingen hätte eigentlich das Aus
für die Luftschiffe von Graf Zeppelin bedeutet. Doch dank einer
beispiellosen Hilfsaktion der gesamten Bevölkerung des Landes,
kam eine Summe von 6.096.555
Mark zusammen, die es
dem Grafen ermöglichte, die Luftschiffbau Zeppelin GmbH
zu gründen und eine Zeppelin-Stiftung ins Leben zu rufen.
Im Jahre 1909 entstand dann das Luftschiff LZ 6, welches
erstmalig kommerziell für die Beförderung von Fahrgästen
eingesetzt wurde. Dazu wurde es von der neu gegründeten Deutschen
Luftschiffahrts-AG (DELAG), der ersten Luftreederei der Welt,
übernommen.Bis
zum Jahr 1914 wurden dann noch weitere sechs Luftschiffe an die
DELAG verkauft. In den folgenden Jahren
bis zum Ausbruch des ersten Weltkriegs im Sommer 1914 wurden dann
noch 21 weitere Zeppeline (LZ 5 bis LZ 25) fertiggestellt.
Mit Ausbruch des ersten Weltkriegs übernahm dann das Militär
die restlichen Zeppeline der DELAG. In den Jahren 1914 bis
1920 wurden die Luftschiffe LZ 26 bis LZ 114 gebaut,
wobei LZ 113 und LZ 114 nicht mehr zum Einsatz im
Krieg kamen. Diese Luftschiffe wurden auf Grund von Reparationsleistungen
im Jahr 1920 an England bzw. Frankreich ausgeliefert.
1915 wurde die Zahnradfabrik Friedrichshafen AG - ZF gegründet.
Auch heute ist die ZF Spezialist für Antriebs- und
Fahrwerkstechnik und einer der größten Hersteller von Getrieben.
Zudem ist die ZF einer der größten Automobilzulieferer
der Welt!
Durch den Bau von Kriegsluftschiffen für den ersten Weltkrieg
entstand ein Fortschritt bezüglich technischer Ausführung,
Zuverlässigkeit und Betrieb von Luftschiffen. Die Weiterentwicklung
von Luftschiffen konnte der Graf jedoch leider nicht mehr miterleben
- er starb am 08. März 1917 in Berlin-Charlottenburg. Ferdinand
Graf von Zeppelin wurde in Stuttgart auf dem Pragfriedhof
beigesetzt, wo man heute noch immer seine Grabstätte besichtigen
kann. Die Leitung des Unternehmens
übernahm Dr. Hugo Eckener.
Mit dem Luftschiff LZ 120 "Bodensee" wurde
im Jahre 1919 ein regelmäßiger Passagier-, Post- und Frachtdienst
zwischen
Friedrichshafen und Berlin aufgenommen. Auf Beschluß der Alliierten
mußte aber der Betrieb nach nur 100 Fahrten wieder eingestellt werden.
Im Jahre 1921 mußte dann die LZ 120 als Reparationsleistung
nach Italien abgeliefert werden.
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Durch
die Überführung des für die USA bei der Luftschiffbau Zeppelin
GmbH
in Friedrichshafen gefertigten Reparationsluftschhiffes
LZ 126 "Los Angeles"
erlangte Deutschland wieder an Ansehen. Die erste Atlantiküberquerung
eines
Zeppelins und die Übergabe in Lakehurst an die USA waren von
großer politischer
Bedeutung. Die LZ 126 war bis 1936 in den USA in Betrieb.
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populärste Luftschiff war jedoch das "glückhafte Schiff"
LZ 127 - "Graf Zeppelin", welches
auf der Werft in Friedrichshafen gebaut wurde und von der Tochter
des Grafen getauft wurde. Unter dem Kommando von Dr. Hugo Eckener
wurde die LZ 127 dann in Betrieb genommen. Dieses Luftschiff
war 236 Meter lang und hatte einen Durchmesser von 30,5 Meter. Im
Jahr 1929 umrundete die "Graf Zeppelin" die Erde. Sie legte
bei 590 unfallfreien Fahrten fast 1.700.000 Kilometer zurück.
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Am
22. März 1935 wurde in Frankfurt am Main die Deutsche Zeppelin
Reederei GmbH - DZR gegründet. Die Fahrten wurden von den Luftschiffen
LZ 127 - "Graf Zeppelin" und
LZ 129 - "Hindenburg" für
die DZR durchgeführt. Die LZ 129 wurde am
04. März 1936 in Betrieb genommen und war mit einer Länge von 245
Metern und einem Durchmesser von 41,20 Meter für den Nord- und
Südamerikadienst vorgesehen. |
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<-links
die Gondel von LZ 127
rechts
LZ 129 beim Aushallen ->
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Der
schlimmste Tag der zivilen Zeppelin-Luftschifffahrt war jedoch der
06. Mai 1937. Bei der Landung in Lakehurst nach der ersten
Nordamerikafahrt fing das Luftschiff
im Heckbereich noch in der Luft Feuer. Die Gründe sind bis zum heutigen
Tag nicht vollständig geklärt, es bestehen nur Vermutungen über die
Ursache. Dieses Unglück war zugleich das Ende der kommerziellen Personenbeförderung
mit Wasserstoffgas getragenen Luftschiffen. Es starben hierbei
von 96 Passagieren und Besatzungs-mitgliedern 35 Menschen. |
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Im
Jahr 1938 wurde LZ 130 - ebenfalls mit dem Namen "Graf
Zeppelin" in Betrieb genommen. Es war das Schwesterschiff
von
LZ 129 "Hindenburg". Da es Dr.
Eckener nicht gelungen war, Helium zu beschaffen, wurde das Luftschiff
wiederum mit Wasser-stoff gefüllt, so daß lediglich Fahrten
ohne Passagiere gestattet waren. Nach lediglich 30 Fahrten wurde LZ
130 am 20. 08.1939 stillgelegt. Ebenfalls war noch ein Luftschiff
LZ 131 geplant - hierfür wurden jedoch nur wenige Einzelteile
angefertigt und der Bau
dann eingestellt. Aufgrund einer Anordnung des Reichsluftfahrtministeriums
zufolge wurden LZ 130 und LZ 127 abgewrackt. Die
beiden Fahrhallen wurden ebenfalls auf Anordnung gesprengt - dies
bedeutete zugleich das vorläufige Ende der deutschen Luftschifffahrt.....
Quellen:
Bordbuch der DZR
Luftschiffbau Zeppelin
100 Jahre Zeppelin von Christopher Chant |
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